Marvel Legacy – Paperback

© Marvel

Mit dem Start von Marvel Legacy in den USA, gab Marvel seinen Lesern das Versprechen, Neues mit dem Klassischen zu verbinden. Zum Auftakt gab es ein Heft, dass man als bessere Promo verstehen kann, denn es wurde vieles angedeutet, dass erst in den kommenden Monaten erscheinen wird. Angefixt von den  Avengers 10.000 BC, wollte ich mehr über das Team der „ersten Generation“ wissen und bestellte dieses Paperback voller Vorfreude. 50 Kurzgeschichten um verschiedene Marvel Charaktere klang sehr peppig und ich hoffte, auch die ein oder andere Wissenslücke füllen zu können.

Beim Aufschlagen des Heftes fällt sofort die lange Liste an Comics aufs, die mit in dieses Paperback hinein geflossen sind und wie ein Teamkollege meinte, wirkt es eher so als wollte Panini Comics Deutschland damit sagen „guckt was es alles in den USA gegeben hat, aber hier wohl eher nicht“. Vielen Dank dafür…

© Panini Comics

Zu Beginn sind die Storys noch recht interessant und spannen den Bogen zu den aktuellen Geschehnissen der Avengers von Jason Aaron und dem Infinity Countdown. Auch vergangene Storyinhalte, wie das Secret Empire werden noch mal aufgegriffen und in Form von u.a. Steve Rogers dargestellt. Jede dieser 50(!) Kurzgeschichten umfasst aber nur drei bis vier Seiten, in denen der Held oder das Team, mit ihrer Origin kurz vorgestellt werden und dann startet die nächste Story. Es wirkt wie eine lange Verkaufsshow auf 236 Seiten, welche mich nach der Hälfte des Paperbacks enttäuscht zurück ließ, denn gerade als „Deutschleser“ besteht eigentlich keine Möglichkeit, alles, was hier vorgestellt wird, weiter zu verfolgen.

Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, hat der Band aber durchaus seine Daseinsberechtigung. In Zeiten in denen ein einziger Superheldenfilm finanziell rentabler ist, als die komplette Comicsparte von Marvel, ist es durchaus sinnig den Spagat zu schlagen und die Origin der Helden, Schurken und Teams zwischen Comics und Film/ TV an zu gleichen. Das macht es für Einsteiger angenehmer und verlockender, auch mal ein buntes Heft in die Hand zu nehmen. Viele Origins wurden für Legacy neu erzählt, leicht angepasst oder komplett umgeschrieben. Ein gutes Beispiel hierfür sind Die Defenders, welche wohl jeder durch Netflix kennen gelernt hat. Doch ursprünglich waren Die Defenders in einer deutlich anderen Konstellation bekannt. Und damit auch die Leserschaft hierzulande den neuen Status Quo erfahren kann, hat Panini Comics Deutschland alle relevanten, aber eben leider nicht mehr, Informationen in einen knackigen Band gepackt. Mehr Nachschlagewerk, als richtiger Comic…

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Fazit:

Das Marvel Legacy Paperback bietet den idelaen Einstieg für Neuleser. Vorallem für jene, die durch die Filme und Serien angestachelt wurden. Es bietet einen angenehmen Übergang von den bewegten Bildern zu den einzelnen Panels und rückt dabei auch viele noch unbekanntere Helden abseits von Heimkino und Lichtspielhaus in den Fokus. Figuren, wie She- Hulk, die in den aktuellen Comicausgaben der Avengers eine größere Rolle spielt. Oder auch der verrückte Marc Spector, bei dem man als Leser nie sicher sein kann ob das gezeigte Einbildung oder Realität ist, wenn er als Moon Knight unterwegs ist.

 

Bestellung Softcover

Bestellung Hardcover

Leseprobe

Bewertung

Story: 6.0/10 ● Zeichnungen: 8.0/10

Gesamt: 7.0/10


Erstveröffentlichung

© Panini Comics

19.02.2019

Format
Softcover/ Hardvover

Seiten
236

Autoren
Jason Aaron
Robbie Thompson
uvm.

Zeichner
Esad Ribic
Steve McNiven
Mark Bagley

Storys

Marvel Legacy Special
Primer Pages[siehe: Bild oben]

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