Sword Master – überraschend gut!

© Marvel Comics

Wie die meisten Comicleser unter euch wissen, erscheinen leider nicht alle Marvel-Serien und Ausgaben in Deutschland. Viele bleiben auf der Strecke, da Panini Comics sie schlicht und ergreifend nicht nach Deutschland holt. Das liegt unter anderem an der Beliebtheit der Figur und der Wirtschaftlichkeit. Deshalb schaue ich mir in regelmäßigen Abständen die aktuellen US-Erscheinungen an und entscheide für mich selbst, ob ich sie mir auf englisch gönnen soll oder nicht. Die Wahl fällt dann zwischen digitalem Comic auf comixology.com oder englischsprachigen Paperback. Vor einigen Tagen habe ich mich dazu entschlossen mir die Solo-Serie des Sword Master näher anzuschauen. Letztes Jahr im Juni haben die Verantwortlichen bei Marvel Comics sich dazu entschlossen, mit den zwei asiatischen Helden Sword Master und Aero auch den asiatischen Markt näher zu erschließen. Die Helden debütierten kurz zuvor im War of the Realms Event in den Agents of ATLAS Ausgaben. Nun erhielt der junge chinesische Held namens Lin Lie sein eigenes Solo-Abenteuer. Warum mich der Sword Master und die Story so positiv überrascht haben verrate ich euch jetzt.

Vor vielen hundert Jahren terrorisierte der chinesische Gott des Krieges, der bestialische Chiyou, das Land und seine Bevölkerung. Der legendäre Yellow Emperor einte die drei großen Stämme der Nü-wa, Fu Xi und Shen Nong um gegen Chiyou anzutreten. Die Anführer der Stämme erhielten von den Göttern drei mystische Waffen, mit derer Hilfe sie Chiyou zunächst besiegen konnten. Hunderte Jahre später gelangt das mächtige Schwert der Fu Xi zu dem unscheinbaren jungen Sohn eines Archäologen, genannt Lie Lie. Dieser hat allerdings keinerlei Ahnung wie er ein großer Krieger sein soll und macht so gut wie alles falsch. Interessant wird es, als auch andere anfangen sich für das mächtige Schwert zu interessieren: Doctor Stranges Erzfeind Baron Mordo und der griechische Gott des Krieges und der ehemalige Avenger Ares. Ein wenig Hilfe hat Lin Lie in Form der mysteriösen Ji Shuangshuang und des berühmten Marvel Helden Shang-Chi.

In den US-Ausgaben, die etwas mehr Seiten als gewöhnlich beinhalten, sind zwei unterschiedlich und parallel zueinander spielende Storys abgedruckt. Die erste Story, die eher auf den asiatischen Markt ausgelegt ist und an einen klassischen Manga erinnert, wird von dem chinesischen kreativen Team Shuizhu und Gunji geschrieben und gezeichnet. In dieser Geschichte erfährt der Leser alles über die Origin des Sword Master und den Krieg gegen Chiyou. Die zweite Story, die von Marvel-Veteran Greg Pak geschrieben und von dem indonesischen Zeichner Ario Anindito gezeichnet wurde, richtet sich eher an die US-Leser. In dieser Geschichte wird der Sword Master von Shang-Chi trainiert und die beiden treffen auf Ares, der das Schwert für sich habe will. Interessanterweise sind beide Storys nicht nur super gut gezeichnet, sondern auch verdammt unterhaltsam. Wir bekommen einen völlig neuen Einblick in die asiatische Götterwelt und Mythologie und das ganze wird mit bekannten und beliebten Marvel Helden abgerundet. Viel Action, Martial Arts und auch Humor sorgen dafür, dass die ersten 9 US-Ausgaben des Sword Master mich völlig überrascht haben. Ich werde die Serie definitiv weiter verfolgen und mir wohl auch die Agents of ATLAS Comics gönnen, in denen Lin Lie auch ein Mitglied ist.

Das erste Paperback könnt ihr übrigens hier bestellen: Sword Master #1: War of the Ancients


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