Chadwick Boseman – Ein Nachruf

© Marvel Studios

Am 28. August 2020 erlag Black Panther-Star Chadwick Boseman im Beisein seiner Familie und Ehefrau seinem über 4-jährigen Krebsleiden. Er wurde nur 43 Jahre alt.

Wie eine Schockwelle aus Trauer, Fassungslosigkeit und Überraschung ging diese Nachricht durch die sozialen Kanäle und verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch die Medienwelt, nachdem Bosemans Familie die Nachricht auf seinem offiziellen Instagram und Twitter Account bekannt gab. Vier Jahre lang hatte Boseman sein Krebsleiden vor der Öffentlichkeit verborgen.

Viele Schauspielkollegen und Comicschaffende reagierten mit Bestürzung und posteten liebevolle Tribute an den verstorbenen Black Panther Darsteller und an verschiedenen Reaktionen lässt sich herausdeuten dass Chadwick Boseman mehr als „nur“ ein Schauspieler der eine Comicfigur spielte war.

Black Panther, ungeachtet des persönlichen Geschmacks und den kommerziellen Erfolg ausgenommen, ist einer der wichtigsten Marvel-und sogar Comicverfilmungen aller Zeiten. Warum das so ist,  liegt eigentlich  an der  der Figur selbst. Jack Kirby erschuf den ersten afrikanischen Superhelden in den 60er Jahren, welche geprägt waren von Bürgerrechtsbewegungen und gesellschaftlichen Umbrüchen. Eine Zeit, in der ein unabhängiger schwarzer Superheld eigentlich gar nicht ins Bild passte und ein absolutes Novum darstellte. Doch im Endeffekt war es auch genau die richtige Zeit um einen starken Helden aus einem Kontinent und Kulturkreis einzuführen, die über die Jahrhunderte ausgebeutet und kolonialisiert wurde. Ehrenvoll, würdevoll und mächtig wurde die Figur inszeniert und vor allem absolut ebenbürtig zu allen anderen Figuren. Passend dazu stellt Wakanda auch kein armes und von Krieg erschüttertes Land dar, sondern eine hochtechnologisierte Utopie die fortschrittlicher ist als der Rest der Welt. Der Black Panther stieß die Türen auf zu weiteren diversen Figuren die später folgten und war einer der maßgeblichen Katalysatoren für das diverse und tolerante Marvel Universum wie wir es heute kennen.

Chadwick Boseman verlieh dieser Figur Gesicht und Leben und brachte genau die Integrität und Würde der Comicfigur auf die große Leinwand.  Und genauso wie die ikonische Comicfigur in den 60er Jahren rief der Filmcharakter einen Wandel hervor. Viele unterschätzen und missverstehen den Einfluss den dieser Streifen hinter den Kulissen ausgeübt hat. Black Panther war der Startschuss für eine Bewegung für mehr Diversität und Integrität auch hinter den Kulissen. Immer mehr People of Color wurden nun auch sowohl vor als auch hinter Kamera mit Jobs beauftragt. Black Panther ist wichtig, nicht „weil“ die Figur schwarz ist und aus Afrika stammt sondern „trotz“. Nur weil die Hautfarbe der Figur eine andere ist als die der vorherigen Figuren heißt es nicht, dass diese Figur auch explizit nur diejenigen mit der selben Hautfarbe ansprechen soll. Marvel Helden sollen Helden für jeden sein. Der Film soll gar nicht die Überlegenheit Wakandas bzw. Afrikas gegenüber anderen Kulturkreisen darstellen. Das wäre auch gar nicht im Geiste Marvels, sondern stellt vielmehr diese Einstellung in Frage. „Brücken bauen statt Mauern“ wie es in dem Film so schön heißt. Thematisiert wird die Öffnung Wakandas und die Vernetzung mit dem Rest der Welt.

Simu Liu, Hauptdarsteller des kommenden Shang-Chi: Legend of The Ten Rings, brachte in einem emotionalen Twitter Statement zum Ausdruck, dass ohne Chadwick Bosemans Darstellung in Black Panther ein Film wie Shang-Chi gar nicht möglich gewesen wäre. Mit Shang-Chi erwartet uns der erste Marvelfilm mit einer asiatischen Hauptfigur. Nach wie vor sind PoC Figuren eine absolute Ausnahme in der schieren Masse produzierter Filme und Serien. Mit Chadwick Boseman verlieren wir nicht nur einen talentierten Schauspieler und großartige Persönlichkeit, sondern auch die Gallions-und Identifikationsfigur einer Generation neuer und diverserer Marvelhelden in den Filmen. Sinnbildlich und fast schon auf morbide Art und Weise poetisch ist somit auch, dass Boseman sich seinen Todestag mit dem 103. Geburtstag Jack Kirbys, dem Vater des Black Panthers, teilt.

Der König ist tot, lang lebe der König. Wakanda Forever!


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