Old Man Logan #6

© Marvel Comics

„Old Man Logan“ gehört zweifelsfrei zu einer der besten Geschichten aus dem Haus der Ideen. Als im Zuge des brandneuen Marvel-Universums die Versatzstücke einzelner Zeiten und Realitäten Einzug in das reguläre 616-Universum hielten, schaffte es auch der gealterte Wolverine einer dystopischen Zukunft. Jeff Lemire setzte den Grundstein und lies Logan der Frage nachgehen, ob er die Zukunft, welche seine Vergangenheit war, verhindern könne ehe sie eintritt. Mit dem vorliegenden Band 6 wechselte das Kreativteam zu Autor Ed Brisson und Mike Deodato Jr. Ob sie das Niveau der Vorgänger halten können, erfahrt ihr in dieser Review.

Albtraum in Grün [Panini Backcover]
Der alte Mann namens Logan glaubte, er habe die Geister der Vergangenheit hinter sich gelassen. Doch als er eine Auszeit sucht und sich auf den Weg nach Kanada macht, erwartet ihn eine böse Überraschung. Plötzlich sieht sich Logan mit einer monströsen Bedrohung aus seiner dystopischen Zukunft konfrontiert, die eigentlich gar nicht mehr existieren dürfte. Die Mörder seiner Familie sind scheinbar von den Toten auferstanden, um unter der Führung eines berüchtigten Schurken wieder Angst und Schrecken zu verbreiten. Ist der graue Wolf bereit, dem Gammamonster Maestro und der Hulk-Gang ins zornverzerrte Angesicht zu schauen?

Old Man Logan auf den Spuren seines größten Horros, apokalyptisch in Szene gesetzt vom Dream-Team Ed Brisson und Mike Deodato Jr. (Avengers). Mit dabei: jede Menge unbändige Wut und… Hawkeye!

© Marvel Comics

Es gab viele Wege, die Geschichte des gebrochenen Mannes weiter zu führen und während Lemire sich vorwiegend dazu entschied, die ruhigen düsteren Momente in Szene zu setzen, besinnt sich Brisson auf ein anderes Naturgesetz. Wenn zwei derartige Kräfte aufeinander treffen, geht es zur Sache. Und das bringen die 120 Seiten gut auf den Punkt. Man kann kaum umblättern, ohne das irgendwo ordentlich die Fetzen fliegen. Er erbitterter Logan, der seiner Vergangenheit nicht entfliehen kann, sieht die Chance, ein ihm wiederfahrenes Unrecht zu rächen. Natürlich geht er dabei nicht zimperlich vor. Und da muss man vor allem den Künstler Mike Deodato Jr. lobend hervorheben, denn er schafft es, die Brutalität und die monströse Gewalt, die da wirkt so zu inszenieren, dass sie für den Leser greifbar werden.

Wenn also Logan von einem Hulk in den Boden geprügelt wird, dann ist man froh um dessen Adamantium-Skelett. Gleiches gilt natürlich auch andersherum und wo die berüchtigten Klauen ein fleischiges Ziel finden, machen sie keine Gefangenen. Kurzum: Das Heft strotzt vor brachialer Action.

Aber alleine auf Action lässt sich kein neuer Storyark begründen, deswegen lässt der Autor immer mal wieder ruhige Parts einfließen, die besonders die Beziehung zwischen Hawkeye und dem mürrischen Mutanten hervorherben. Denn der junge (Gegenwarts-) Bogenschütze weiß ja noch nichts von seinem besten Freund aus einer fernen Realität. Zudem wird das Meisterwerk von Millar/ McNiven um ein paar neue Details erweitert und damit vertieft.

© Marvel Comics

Fazit: Aber reicht das alles, um die Serie weiter zu verfolgen? Die klare Antwort muss an dieser Stelle lauten: Vielleicht. Mit ordentlich inszenierter Action zu unterhalten ist noch keine hohe Kunst, aber es scheint, als hätte Brisson eine Idee, wo er mit der Figur hinwill. Tatsächlich würde ich das nächste Heft abwarten, ehe ich über den weiteren Verlauf der Serie entscheide. Daher geben wir mal eine optimistische Leseempfehlung mit Einschränkungen.

Bestellung

Bewertung

Story: 6.5/10 ● Zeichnungen: 7/10

Gesamt: 6.5/10


© Marvel Comics

Erstveröffentlichung
05.06.2018
Format:
Softcover
Seiten:
132
Autor:
Ed Brisson
Zeichner
Mike Deodato
Storys:
Old Man Logan 25-30

 

 

Der Band wurde zur Verfügung gestellt, von Panini Comics Deutschland.

Auch interessant