Moon Knight #4 – Der Ewige Kampf

© Panini Comics Deutschland

Er ist zurück, der helle Ritter. Na ja, eigentlich ist Moon Knight ja auch ein dunkler Ritter…und ziemlich verrückt. Denn dass „er“ zurück ist stimmt auch nicht wirklich. „Sie sind zurück“ würde eher passen. „Sie“ fragt ihr jetzt? Richtig! Marc Spector, Khonshu, Jake Lockley und Steven Grant. Alles unterschiedliche Persönlichkeiten und Resultate der bipolaren Störung an der Marc leidet. Nachdem sich Jeff Lemire mit seinen drei fantastischen Moon Knight Ausgaben verabschiedet und mehr Fragen als Antworten hinterlassen hat [im positiven Sinne], übernimmt nun mit Max Bemis ein waschechter Rockstar die Moon Knight Serie, der ebenfalls an einer bipolaren Störung leidet. Kann das denn gut gehen? Ich sag´ mal so: Der Award für die beste Marvel Ausgabe in diesem Jahr geht an…

BRENNENDER WAHNSINN [Panini Backcover]

Marc Spector ist Moon Knight, der Avatar des altägyptischen Mondgottes Khonshu – und der Beschützer all jener, die in der Nacht unterwegs sind. Doch hat der psychisch labile Ex-Söldner seine verschiedenen Persönlichkeiten und Identitäten wirklich so gut im Griff, wie er glaubt? Zumal der knallharte Antiheld in Weiß es mit einem neuen Gegner zu tun kriegt, der selbst direkt aus einer Innenanstalt kommt, über die brennende Macht der Sonne verfügt und Marcs brutalsten Erzfeind für seinen Kampf gegen Moon Knight rekrutiert.

Der Auftakt einer intensiven neuen Moon Knight-Saga zwischen Superhelden-Action und Psycho-Horror, geschrieben von Say Anything-Frontmann Max Bemis (CROSSED) und gezeichnet von Jacen Burrows (PROVIDENCE).

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Was mir persönlich an Jeff Lemires Moon Knight Serie gefallen hat war die Tatsache, dass man als Leser bis heute nicht weiß, ob das was man in den Ausgaben gesehen hat auch tatsächlich passiert ist. Könnte es sein, dass das alles nur die Einbildung von Marc Spectors kranker Psyche war? Oder hat sich Marc tatsächlich rehabilitiert, ist im Einklang mit seiner Krankheit und kann seine unterschiedlichen Persönlichkeiten steuern? Der neue Autor Max Bemis, der bekannt ist als Rock-Musiker und Frontman der Band Say Anything und auch als Autor der äußerst grotesken Crossed-Reihe übernimmt von Jeff Lemire und schafft einen nahtlosen Übergang, der sich jedoch trotzdem völlig unterschiedlich anfühlt. Für den künstlerischen Part hat er sich Jacen Burrows an seine Seite geholt, der ebenfalls als Zeichner der Crossed-Reihe bekannt ist. Und wer die Crossed-Zeichnungen kennt, der weiß, wie brutal, blutig und horrortastisch die Zeichnungen aussehen. Und verdammt noch mal, das passt einfach nur perfekt. Ich habe zumindest keine bildlich brutalere Darstellung von Moon Knights Abenteuern mehr gesehen, seit David Finchs Zeiten als Zeichner des Avatars von Khonshu. Die Story ist dynamisch, gut und absolut verrückt. Max Bemis schafft es wie sein Vorgänger auch ein Szenario zu erschaffen, von dem man sich als Leser nicht sicher sein kann, ob es echt ist oder bloße Einbildung. An vielen Stellen hat Bemis Szenen eingebaut, die die Echtheit des Geschehenen hinterfragen und den Leser im positiven Sinne verwirren. Wir sehen einen fast schon neu geborenen Moon Knight. Seitdem Marc sich im vermeintlichen Einklang mit seinen Persönlichkeiten befindet, zeigt er auch seine humorvolle Seite. Khonshu hingegen dient gewissermaßen als Erzähler der Geschichte. Doch gibt es Khonshu überhaupt? Oder bildet sich Marc das alles nur doch wieder ein?

Fazit: Auf 148 Seiten veröffentlicht Panini ganze 6 US-Comics. Und „oh Boy“, die haben es in sich. Ein wunderbarer Mix aus klassischem Moon Knight Flair, gepaart mit altbekannten Charakteren aus Marc Spectors Umfeld, neuen Schurken und mit viel Respekt gegenüber den vorangegangenen Geschichten. Obwohl ich zu Beginn zugegebenermaßen etwas zweifelte, hat Max Bemis mich völlig überzeugt und ich möchte nie wieder einen anderen Moon Knight Zeichner als Jacen Burrows sehen. Die Ausgabe ist auch für Neuleser einsteigerfreundlich, jedoch würde ich euch dennoch die vorangegangen drei Ausgaben ans Herz legen. Was Moon Knight #4 – Der Ewige Kampf angeht wage ich zu behaupten, dass es die beste Marvel Ausgabe dieses Jahres ist.

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Bewertung

Story: 10/10 ● Zeichnungen: 10/10

Gesamt: 10/10


© Panini Comics Deutschland

Erstveröffentlichung
11.09.2018
Format
Softcover
Seiten
116
Autoren
Max Bemis
Zeichner
Jacen Burrows
Storys
Moon Knight 188-193

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