Im Netz von Black Widow

© Marvel Comics

Stand jetzt kommen Marvel Fans wohl erst gegen Ende des Jahres in den Genuss des Black Widow Solostreifens mit Scarlet Johansson in der Hauptrolle. Dank Panini Comics Deutschland müssen wir trotz der Verschiebung dennoch nicht auf passenden Lesestoff verzichten. Ob sich die Vorbereitung auf den Film mit “Im Netz von Black Widow” lohnt erfahrt ihr in unserer Review!

Die Geister ihrer Vergangenheit [Panini Backcover]

Black Widow, früher eine Spionin in Diensten des KGB, gehört seit Jahren zu den Guten, doch jetzt will sie Wiedergutmachung für ihre Sünden – und tut Dinge, die das Vertrauen ihrer Freunde erschüttern. Natasha gerät sogar mit Iron ManWinter Soldier, und Hawkeye aneinander. Es scheint, als würde die Widow sich im dunklen Netz ihrer Vergangenheit verheddern. Allerdings ist noch eine weitere mysteriöse Figur im Spiel…

Die komplette Miniserie mit Marvels beliebtester Avengers-Heldin, von Autorin Jody Houser [Stranger Things] und Zeichner Stephen Mooney [Grayson, Half Past Danger].

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Zu Black Widow habe ich zugegebenermaßen ein eher zwiespältiges Verhältnis. Ich sehe die Figur in diversen Team-Reihen wie den Avengers eigentlich ziemlich gerne. Mich haben die meisten Solo-Ausflüge der Schwarzen Witwe zum Großteil eher unterwältigt zurückgelassen. Gut einen Monat vor diesem Band erschien jedoch die Ausgabe Black Widow: Dunkle Rache von der ich sehr positiv überrascht war, weshalb ich mich nun optimistischer an Im Netz von Black Widow herangewagt habe.

Im Großen und Ganzen bekommen wir es hier mit einer klassischen Black Widow Story zutun. Natasha nimmt einen Auftrag an, trifft dabei wichtige Personen aus ihrer Vergangenheit, die ihr komplexes Gefühlsleben ein wenig durcheinanderbringen, und das sorgt alles dafür, dass sie nebenbei einer Verschwörung auf die Spur kommt. Im Netz von Black Widow tappt leider in die typische Falle zu viele Dinge  auf einmal sein zu wollen. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass sich Autorin Jody Houser viel zu viel vorgenommen hat ohne dabei eine klare Linie zu finden. Mein Eindruck war, dass Houser sich nicht entscheiden konnte, was sie mit diesen Band wirklich vorhat. Dient er als Hommage an die Figur? Ist das die Einführung für die neue Soloreihe, die bald auch hierzulande erscheint? Oder soll er lediglich als leichte Einstimmung für die Filmfans dienen? Egal was er sein will, die eigentliche – und bisweilen auch ziemlich generische – Story bleibt dabei völlig auf der Strecke und holt einen überhaupt nicht ab – Schade!

Wirklich gelungen sind allerdings die Zeichnungen von Stephen Mooney. Der irische Zeichner erlangte – zumindest für mich – größere Aufmerksamkeit für seine tollen Illustrationen an DC Comics Titel wie Grayson und dem Green Lantern/Star Trek Crossover.

Fazit: Im Netz von Black Widowist leider ziemlich enttäuschend und reiht sich in die unrühmliche Gallerie von Bänden ein, die von einem Filmhype profitieren wollen ganz ungeachtet der Qualität. Das es auch besser geht hat Black Widow: Dunkle Rache, welcher ungefähr ein Monat vorher erschien, ganz gut bewiesen. Versteht mich nicht falsch, Im Netz von Black Widow ist kein Totalausfall, dennoch bekommt man für das Geld aktuell auch besseres serviert.

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Leseprobe

Bewertung

Story: 5.5/10.0 ● Zeichnungen: 7.0/10.0

Gesamt: 6.0/10.0

6/10

Erstveröffentlichung 
07.04.2020
Format
Softcover
Seiten
116
Autoren
Jody Houser
Zeichner
Stephen Mooney
Storys
Web of Black Widow 1-5

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