AVENGERS: ENDGAME – Drehbuchautoren beantworten offene Fragen zu der Story, den Toten, den Charakteren und vieles mehr ! SPOILER !

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Die Avengers: Endgame Drehbuchautoren Christopher Markus und Stephen McFeely gehören wohl zu den wichtigsten und gleichermaßen unbekanntesten Figuren im Marvel Cinematic Universe. Wenn die Drehbuchautoren allerdings zu einem Interview eingeladen werden, in diesem Fall von der New York Times, dann wird es verdammt spannend. Das kreative Duo plaudert aus dem Nähkästchen und erzählt, wieso welche Entscheidung getroffen wurde und was genau dahinter steckt.


Warum starb Thanos so plötzlich?

Bereits innerhalb der ersten 15 Minuten haut Thor dem verrückten Titanen mir nichts dir nichts den Kopf von der Schulter. Dieses mal hat er auf den Kopf gezielt. Die Steine sind allerdings futsch. McFeely und Markus erklärten:

Wir hatten dieses Problem von Beginn an. Der Kerl hat die ultimative Waffe [Infinity Gauntlet]. Er wird jeden Angriff kommen sehen. Wir haben uns Wochen lang die Köpfe darüber zerbrochen [wie man das lösen könnte]. Irgendwann kam Trinh Tran [Executive Producer] auf die Idee ihn einfach zu töten. Wir wollten keinen Heilsbringer oder Erlöser aus ihm machen. Er hat seine Aufgabe allerdings erledigt und kann nun sterben.

Dies erklärt also, warum man Thanos bereits zu Beginn des Films hat sterben lassen und er die Steine mit Hilfe der Steine zerstört hat.

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Die „What if…?“-Ausgaben haben den Film inspiriert

Die berühmten und beliebten „What if…?“-Comics und ihr Konzept haben Endgame heftig inspiriert. Dazu sagten McFeely und Markus:

Wir haben während den Dreharbeiten von Civil War dieses Master-Dokument geschrieben und eine der Sachen die wir uns näher anschauen wollten waren die „What if…?“-Comics. Und genau das ist unser „What if…?“. Wenn du verlierst wird Thor fett. Natasha wird introvertiert. Steve wird depressiv. Tony bekommt sein eigenes Familienleben und der Hulk wird ein Superheld. Clint wird ein mordender Verrückter. Als wir Ideen für Endgame sammelten, wollten wir Thor zunächst auf einen Rachefeldzug schicken. Aber dann fiel uns ein, dass Thor dies bereits in Infinity War getan hat. Das ist alles was der Kerl immer tut! Und jedes mal versagt her. Lass ihn uns gegen die Wand fahren und schauen was passiert.

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Professor Hulk sollte in Infinity War debütieren

Die Infinity War Trailer zeigten uns eigentlich, dass der grüne Goliath in der Schlacht von Wakanda während Infinity War am Start hätte sein sollen. Reshoots haben dies allerdings zunichte gemacht, denn der schlaue Hulk hätte bereits damals debütieren sollen. Darüber sagten die beiden Drehbuchautoren:

Es gab da diesen Moment im ersten Film [Infinity War], in dem Banner zum schlauen Hulk wurde. Es hat zwar viel Spaß gemacht, aber es war einfach der falsche Moment. Es sollte so laufen, dass der Hulk bekanntermaßen nicht raus kommen wollte, sie stritten sich und so wurden sie zum schlauen Hulk.

In Endgame sollte auch eine Szene gezeigt werden, in dem sich Banner im von ihm angesprochenen Gammalabor befindet und wie er zu Professor Hulk wird. Diese Idee wurde allerdings nicht umgesetzt.

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Hawkeyes Familie ist fast während Infinity War gestorben

Chris Markus sagte hierzu:

Die Pfeil-und-Bogen-Szene zu Beginn von Endgame wollten wir eigentlich bereits in Infinity War zeigen. Direkt nach Thanos Fingerschnipser. Es wäre ebenfalls ein heftiger Moment gewesen, es hätte jedoch die Brutalität und die Ausmaße von Thanos Aktion nur geschmälert.


Warum hat Captain Marvel so wenig Screentime in Endgame?

Trotz des Erfolgs ihres Solo-Films, ihrer Macht und der Tatsache, dass wohl jeder Fan gedacht hat sie würde Thanos besiegen, hatte Carol Danvers nur wenig Screentime in Avengers: Endgame. Woran lag das? McFeely sagt hierzu:

Sie ist in Endgame deutlich weniger zu sehen als alle wohl zunächst gedacht hatten. Das ist aber nicht die Story die wir erzählen wollten. Es sollte sich um die ersten Avengers und ihre Niederlage drehen und sie ist neu, frisches Blut sozusagen. Sie war ihr halbes Leben im Weltraum und hat dort bereits einige Verpflichtungen.

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Das Living Tribunal hatte fast einen Auftritt in Infinity War

Markus sagte hierzu:

Wir wollten das Living Tribunal in Infinity War auftreten lassen. Wir haben da diese eine Szene geschrieben, in der es während der Kampfszene auf dem Titan auftaucht und alle sind geschockt und wissen nicht was passiert. Der Kerl hat drei Köpfe. Das wäre ein völlig neues Level für dieses Universum [MCU] und wäre wohl etwas zu viel des Guten gewesen. Die Idee gibt´s allerdings immer noch.

Und sie scheint wohl von niemand geringerem zu stammen als von Kevin Feige höchstoersönlich.

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Warum gab es den Zeitsprung von fünf Jahren?

Der Zeitsprung von fünf Jahren war für die meisten Fans wohl ein sehr heftiger Schritt. Markus und McFeely erklärten:

Wir wollten, dass echt viel Zeit vergeht. Im Film, so wie auch in der Geschichte der Charaktere. Wir hätten Natashas, Tonys und Steves Geschichte nicht zu Ende erzählen können ohne sie in diesem Zeitraum ans Ende zu bringen.

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Iron Man hätte nach Asgard gehen sollen

Die Reisen in die Vergangenheit auf der Suche nach den Steinen hätten ganz anders aussehen können. So sollte Iron Man unter anderem nach Asgard reisen um sich den Äther zu holen. McFeely sagte dazu:

Es gab diesen einen Zeitraum im MCU, in dem der sich der Äther und der Tesserakt gleichzeitig auf Asgard befinden. Unsere Idee war, dass Tony in einem Stealth Suit nach Asgard geht, dort unsichtbar versucht die Steine zu holen und dann gegen Heimdall antreten muss, der ihn trotz seines Anzugs sehen kann.

So sollten auch Thor und Natalie Portmans Jane Foster mehr Zeit miteinander verbringen.

Sie sollten zusammen ins S.H.I.E.L.D. Triskellion fahren um den Tesserakt zu holen. Und jemand sollte mit einem Auto in Doctor Stranges Haus krachen.

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Wie funktionieren Zeitreisen im MCU?

Hier waren die Diskussionen der Fans teilweise endlos. McFeely sagte hierzu:

Die Idee, das in die Vergangenheit reisen die Zukunft nicht ändert war eine Notwendigkeit. Wenn du in die Vergangenheit reist um sechs Steine zu holen, änderst du immer etwas. Das konnten wir also anders nicht umsetzen. Wir hatten einige Physiker [in beratender Funktion], die uns sagten, dass „Zurück in die Zukunft“ falsch sei. Sie sagten im Grunde genommen genau das, was Bruce Banner in der einen Szene über Zeitreisen sagte. Wenn du in die Vergangenheit gehst, wird die Gegenwart zu deiner Vergangenheit und deine Vergangenheit wird zu deiner Zukunft. Somit gibt es gar keinen Grund, dass sich die Zukunft ändert.

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Die finale Schlacht sollte noch länger dauern

Eine weitere äußerst interessante Aussage machte Markus zu der letzten Schlacht:

Wir haben eine deutlich längere Schlacht geschrieben und auch gedreht.

Somit müsste irgendwo ein Haufen nicht genutzter Aufnahmen rum liegen.

Es hat allerdings nicht geklappt. Es gab diese eine Szene, in der einfach zu viele Menschen beteiligt waren. Da sind 3 Minuten lang die verschiedensten Personen einfach rum gesprungen und keiner wusste so wirklich was er tun soll. Es war lächerlich.

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Warum musste Black Widow sterben und warum gab es keine Beerdigung?

McFeely sagte hierzu:

Wenn sie es schafft die Avengers zurück zu bringen, ist ihre Reise zu Ende. Sie kommt aus einem schrecklichen Background [Red Room] und als sie auf Vormir merkt, dass sie dadurch ihre Familie zurück holen kann, tut sie das unvermeidliche.

Anschließend sagt McFeely noch etwas äußerst interessantes:

Es gab keine Beerdigung, weil Tony eben eine Person des öffentlichen Lebens ist und sie war die ganze Zeit jemand, der im Hintergrund agiert. Es wäre nicht sonderlich ehrlich gewesen ihr eine riesige Beerdigung zu spendieren. Die größte Frage ist allerdings, was Thor an den Docks sagt. Ob man sie mit Hilfe der Steine nicht einfach zurück holen könnte. Aber das gehört zum ewigen Tausch. Holst du sie zurück, verlierst du den Stein.

Moment mal! Steve hat den Stein doch nach Vormir zurück gebracht. Bedeutet das etwa…?

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Sollte Hawkeye an Stelle von Tasha sterben?

McFeely sagte hierzu:

Diese Idee gab es tatsächlich. Clint sollte an Stelle von Natasha in Vormir sterben. Es wäre allerdings zu melodramatisch gewesen wenn er gestorben wäre ohne seine Familie wiederzusehen.

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Musste Tony in Endgame sterben?

Das kreative Duo sagte dazu:

Jeder wusste, dass das das Ende von Tony Stark sein musste. Wir wollten dieses Kapitel beenden. Und er hat dieses Kapitel gestartet.

Auf die Frage, ob es eine Version gab, in der Tony überlebte antwortete Markus:

Nein. Wir hatten die Möglichkeit ihm die perfekte Verabschiedung zu geben. Er und Pepper haben geheiratet, ein gemeinsames Leben gelebt, eine Tochter bekommen. Es ist ein guter Tod. Es fühlt sich nicht an wie eine Tragödie, sondern wie ein heldenhaftes und erfülltes Leben an.

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War es für Cap vorherbestimmt ein Happy End mit Peggy zu erleben?

Von Anfang an war klar, dass Cap seinen Tanz mit Peggy bekommen sollte. Es war schwierig für mich nicht meinen inneren Kompass zu verlieren und in zu viel Fan Service zu verfallen. Aber wir haben den Fans genau das gegeben, was sie wollten.

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Woher kam die Idee mit den Zeitreisen?

Kevin Feige sagte, er würde gerne den Time Stone oder generell die Zeit als Element nutzen. Wir überlegten Wochen lang was wir mit dem Thema Zeit anstellen können, ohne den Film kaputt zu machen. Wir saßen alle da uns sagten „Wir machen Zeitreisen“. Mit Ant-Man und dem Quantum Realm hatten wir einen Charakter, den wir in den Avengers Filmen noch nicht genutzt hatten. Die perfekte Lösung also ohne zu cheaten.

Letztes könnte ein kleiner Schlag in Richtung Fox gewesen sein, die in X-Men: Days of Future Past Kitty Pryde die Fähigkeit gaben, Logan in die Vergangenheit zu schicken. Hierzu gab es nie eine Erklärung und Kitty kann sowas eigentlich überhaupt nicht.

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War Endgame das große Finale der beiden Autoren?

Markus sagte dazu nur:

Ich weiß um ehrlich zu sein nicht, wie ich die Geschichte weiter führen würde. Ich bin allerdings noch nicht alt genug um in Rente zu gehen.

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