Generations #1 & #2 – Treffen der Generationen

© Panini Comics Deutschland

Marvel hatte es in den letzten Jahre nicht leicht. Viel Kritik von Seiten der Fans musste das „Haus der Ideen“ einstecken. Einer der Gründe: Marvel veränderte gestandene Charaktere wie Thor, Captain America, Iron Man oder Wolverine in einem Maße, welches vielen Fans gegen den Strich ging. So war Thor nicht mehr Thor, Iron Man liegt im Koma, Captain America war der Anführer von Hydra und Wolverine ist tot. Doch anstatt diese bekannten Kostüme und Namen vorerst ruhen zu lassen, führte Marvel viele neue Teenager Helden ein oder machte aus bereits vorhanden Charakteren Nachfolger der jeweiligen Idole. So wurde Jane Foster zur neuen Thor, Amadeus Cho zum Hulk, Riri Williams zur Iron Man Nachfolgerin Ironheart und Sam Wilson alias Falcon zum neuen Captain America. Und obwohl vieler dieser dazu gehörigen Storys wahnsinnig gut waren, hat sich Marvel im Laufe der Zeit auch meiner Meinung nach dahingehend zu sehr aus dem Fenster gelehnt. Nach dem Secret Empire Event dachte man sich wohl im Hause Marvel, dass man nun mit Generations zwei Ausgaben bringen sollte, in dem die „neuen“ Helden in der Vergangenheit oder auch in der Zukunft auf ihre „Vorgänger“ treffen, um sich vor Augen zu führen, was es denn bedeutet diese Last zu tragen. Die jungen Helden sollen sehen, dass ihre großen Vorbilder ebenfalls von Zweifeln geplagt wurden und werden und welche Bürde sie sich mit ihrem Heldendasein auferlegt haben. Können die beiden Generations Ausgaben überzeugen, oder kann man sie getrost links liegen lassen?

NEUE UND ALTE LEGENDEN [Generations #1 Backcover]

Im Marvel-Universum kämpft mittlerweile eine neue Generation von Helden für das Gute. Außerhalb von Zeit und Raum treffen Thor Jane Foster, der geniale Hulk Amadeus Cho, Hawkeye Kate Bishop, Wolverine Laura Kinney und die zeitreisende junge Jean Grey nun jedoch direkt auf ihre legendären, ikonischen Vorgänger: auf den Sohn Odins, Dr. Bruce Banner, Clint Barton, Phoenix und Logan! Dabei donnert, brennt und kracht es ordentlich…

NEUE UND ALTE IDOLE [Generations #2 Backcover]

Eine neue Generation von Helden tritt für das Gute im Marvel-Kosmos ein. An einem Ort, an dem die Zeit keine Bedeutung hat, treffen sie nun auf ihre Vorgänger: Nachwuchsnetzschwinger Miles Morales begegnet dem Studenten Peter Parker, Kamala Khan trifft auf die erste Ms. Marvel, und Captain Marvel Carol Danvers kämpft Seite an Seite mit Mar-Vell. Und während Ironheart Riri Williams in der Zukunft von Tony Stark überrascht wird, verschlägt es Sam Wilson in den Zweiten Weltkrieg zu Steve Rogers.

Brian Michael Bendis, Nick Spenzer, G. Willow Wilson, Jason Aaron, Greg Pak, Mahmud Asrar. Für die Generations Ausgaben hat Marvel die ganz großen Geschütze an Autoren und Zeichnern aufgefahren. Auf jeweils 164 Seiten pro Band können sich die Leser die Idenitätskrisen und Zweifel der Nachwuchshelden anschauen. Überzeugen die jeweiligen Geschichten? Nicht wirklich. Einige der kurzen Storys sind durchaus interessant, zum Beispiel das Treffen zwischen Kate Bishop und Clint Barton, Riri Williams und Tony Stark oder auch Laura Kinney und Logan. Doch im Großen und Ganzen wirken die Generations Storys wie eine Art nicht wirklich durchdachter Versuch von Marvel, die Entscheidungen der letzten Jahre zu rechtfertigen. Charaktere wie Miles Morales, Kamala Khan, Falcon oder Kate Bishop funktionieren seit Jahren fantastisch. Der Versuch vor allem diese Charaktere jetzt in eine Schublade mit Riri Williams, Jane Foster oder Amadeus Cho zu stecken halte ich persönlich für keine gute Entscheidung. Obwohl die Solo-Geschichten von Jane Foster, Falcon und Ms. Marvel zu den besten und beliebtesten der letzten Jahre gehören, wünschen sich die Leser im Grunde genommen einfach nur ihre großen Helden Thor, Captain America und Iron Man zurück.

Fazit: Ihr seid mit Secret Empire durch, habt euch nun auch das Marvel Legacy Special gegönnt und wollt das ganze mit Generations #1 & #2 abrunden? Das ist nicht wirklich notwendig. Für den weiteren Verlauf der Storys wird Generations wohl keinerlei Bedeutung haben. Obwohl man in einigen Rückblicken ziemlich interessante Informationen vor allem für Neuleser erfährt, gehört Generations wohl zu den schwächsten Marvel Ausgaben in diesem Jahr. Schade Marvel, ein sauberer Schnitt nach Secret Empire hätte dem Universum wohl eher geholfen.

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Bewertung

Story: 3.0/10 ● Zeichnungen: 8.5/10

Gesamt: 5.5/10


© Panini Comics Deutschland

Erstveröffentlichung 
15.05.2018 & 19.06.2018
Format:
Softcover
Seiten:
Jeweils 164
Autor:
Unterschiedlich
Zeichner
Unterschiedlich

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