Carnage – Alles Böse kommt von unten

Der brutale Carnage auf dem Cover der Finalausgabe
© Marvel Comics

Carnage gehört seit seiner Entstehung zur schillernden Prominenz, der Superschurken. Seine kaltblütige Brutalität und sein Wahn, machen ihn beängstigend und faszinierend zugleich. Nun liegt die Finalausgabe er Miniserie vor und nach den gelungenen Vorgängern Blutrausch und Das Buch der Verdammten, wartet ein Psychotrip der Extraklasse auf den geneigten Leser.

Panini Vorwort von Christian Endres

Einst brachte Spider-Man einen Alien-Symbionten aus dem All mit auf die Erde und verband sich mit ihm. Nach ihrer Trennung erkor der brutale Symbiont Eddie Brock zu seinem Wirt, und sie wurden zu Venom. Als Brock  später hinter Gittern saß, verband sich ein Ableger des Symbionten mit seinem Zellengenossen Cletus Kasady. So wurde Carnage geboren, der seinen Körper in tödliche Klingen zu formen vermag. Seit Kasady die Macht des uralten Zauberbuches Darkhold gekostet hat, kann er sogar andere infizieren und befehligen Doch das reicht ihm, der die gesamte Macht des Darkhold und des finsteren Gottes Chthon entfesseln will, nicht. Zum Glück gibt es eine Anti-Carnage Task Force, die das verhindern will. Zu diesem Team gehört der inzwischen geläuterte Eddie Brock, der inzwischen mit einem weiteren Symbionten-Ableger verbunden ist, der ihn zu Toxin macht. Dazu kommen die Soldatin Manny Calderon und J. Jonah Jamesons Sohn John Jameson, der regelmäßig den Man-Wolf von der Leine lässt. Unterstützt werden sie von der Schwarzmagierin Victoria Mentesi und ihrem Begleiter Yuvraj Singh. Montesis Familie behält seit Jahrhunderten das Darkhold im Auge, und ihr eigenes Schicksal ist mit dem Chthons verstrickt. Bis vor Kurzem Wurde die Anti-Carnage Task Force von der Agentin Claire Dixon angeführt. Carnage verwandelte sie aber in den neuen Killersymbionten Raze, und ihre Gefährten halten sie seit der Explosion eines Schiffes für tot – in Wahrheit folgt Raze ihnen jedoch. Darüber hinaus hat sich Carnages Häschern die junge Seglerin Jubulile van Scotter angeschlossen, der mitten auf dem Indischen Ozean der schiffbrüchige Carnage begegnet war. Kasady wollte sie auch verwandeln, doch das Ritual misslang, wenngleich er in Jubuliles Kopf gelangte und sie definitiv veränderte. Carnages Suche nach einem uralten Steinaltar, der ihm dabei helfen soll, die ganze Macht des Darkhold zu erwecken, führt alle beteiligten auf eine Insel, wo das Finale der Horror-Saga von Autor Gerry Conway und Zeichner Mike Perkins steigt…

Alles Böse kommt von unten setzt also genau da an, wo wir Carnage und seine Verfolger zuletzt sahen. Die Erzählungen wechseln sich zunächst ab, laufen aber dann inneinander über. Autor Gerry Conway bringt seine Erzählung gekonnt zuende und leistet sich dabei kaum Schwächen. Die Story hat ein gutes Erzähltempo und ist immer wieder von spannenden Cliffhangern durchzogen. Lediglich gegen Ende verliert er sich ein wenig und lässt die große Überraschung liegen, weshalb sich ein Beigeschmack von Ernüchterung einstellt. Denn bis dahin ist das Psychogram zur Figur von Carnage prima gelungen. Mike Perkins Kunst spiegelt zunehmend den Wahn seiner Hauptfigur wieder. Nicht nur der grundlegend dunkle und etwas verschmierte Ton, sonder auch die unübersichtlichen und matschigen Panels, sorgen beim Lesen für ein unwohles Gefühl. Wie es Carnage wohl auch ergeht, wenn er sich seinen Dämonen stellt, und einfach alles aus dem Weg räumt, dass zwischen ihm und dem steinernen Altar steht, den ihm das Darkhold gezeigt hat. Und warum das alles? Für die absolute Macht eines Gottes.

Wir freuen uns, dass Panini die Serie nach Deutschland geholt hat, denn gerade auf dem Horrorsektor ist Marvel aktuell etwas dünn aufgestellt. Unsere Empfehlung lautet: An einem verregneten Herbstnachmittag den gesamten Run in einem Zug lesen. Besser als jeder Film!

Story: 8.0/10 ● Zeichnungen: 9.0/10

Gesamt: 8.5/10

Normale Ausgabe

Erstveröffentlichung
18.07.2017
Seiten
140
Autoren:
Gerry Conway
Zeichner:
Mike Perkins
Storys:
Carnage 11-16

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