Venom #1 – Finstere Rückkehr

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Er ist wieder da! Der beliebte und bekannte Symbiont mit dem breiten Grinsen: Venom. Nach seinen Abenteuern mit den Guardians of the Galaxy kehrt der Klyntar nach seiner Trennung von Flash Thompson auf die Erde zurück und trifft dabei auf seinen potentiellen neuen Wirt: Lee Price. Warum die Dinge aber nicht so laufen, wie er sich das vorstellt und was der Band mit einer typischen Simpsonsfolge gemein hat, erklärt dir diese Review.

DER NEUE VENOM: GARANTIERT KEIN HELD [Panini Backcover]

Ob in seiner Jugend, im Krieg oder als Kleinkrimineller – der mittellose Ex-Soldat Lee Price hat in seinem Leben schon viel Gewalt gesehen. Als er und der Alien-Symbiont verschmelzen, der als „schwarzes Kostüm“ einst selbst Spider-Man kontrollierte und der zuletzt einiges über das Heldentum lernte, passiert jedoch das Unglaubliche: Lee kann den Symbionten beherrschen! Jetzt muss er nur noch herausfinden, wie er das zu seinem Vorteil nutzen kann. Gut möglich, dass Black Cat, die Königin der New Yorker Unterwelt der richtige Ansprechpartner für ihn ist. Allerdings bekommt Lee es auch mit Venoms Vergangenheit zu tun…

Der Start der neuen VENOM-Serie, geschrieben von Mike Costa (SPIDER-MAN: SPIDER-VERSE) und mit Zeichnungen von Gerardo Sandoval (NEW AVENGERS)

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In insgesamt 6 US-Ausgaben erzählt Costa, von Venoms Neustart auf der Erde. Und eins kann ich euch versprechen: So habt ihr den Klyntar noch nie gesehen. Unterwürfig, devot und unbeholfen. Vorbei die Zeiten seiner furchteinflössenden aber vereinnahmenden Aura. Und genau darunter leidet der Auftakt der neuen Serie am Meisten. Den Figuren. Im Zentrum steht der Ex-Soldat, jetzt abgehalfterter Kleinganove, Lee Price, der aussieht, als würde er in Animes mit Kartenmonstern zu tun haben. Leider ist der Charakter spätestens ab Seite 2 derart unsympatisch, dass es wirklich schwer fällt überhaupt etwas für ihn zu empfinden, als den Wunsch ihn möglichst schnell wieder los zu werden.

Da der Symbiont ebenso empfindet, unterstelle ich mal, dass dies von Autor Mike Costa durchaus beabsichtigt ist. Wäre an sich auch wirklich kein Problem, wenn man stattdessen mit Venom fühlen könnte, doch auch da ist der Kontrast zu allem, was man von dem schwarzen Ungetüm kennt, viel zu groß. Das mag an der Prämisse liegen, dass der neue Wirt in der Lage ist, Venom zu kontrollieren und ihn als Werkzeug nach seinem Willen zu nutzen. Und nach dieser Erkenntnis wird es klassisch, denn damit beschließt er, die Herrschaft über New Yorks Unterwelt zu erlangen. Sehr schade, denn eigentlich bietet die Ausgangssituation viel Potential. Leider wird fast nichts aus der interessanten Ausgangslage gemacht.

Die Geschichte selbst spielt im wohl dreckigsten Teil New Yorks und wurde stimmungsvoll in Szene gesetzt. Auch die Umsetzungen der „inneren“ Dialoge zwischen Price und dem Klyntar sehen toll aus, auch wenn Moon Knight als derzeitiger Standard für derartige Szenarien gilt.

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Fazit: Venom#1 startet holprig, sieht dabei aber wenigstens gut aus. Lediglich Lee Price will nicht so recht ins Geschehen passen, da er immer einer Animefigur nachempfunden scheint, während der Rest Teil der „normalen“ dreckigen Unterwelt New Yorks ist. Die Gastauftritte von Spider-Man, dem Scorpion oder Black Cat retten da relativ wenig. Umso erfrischender ist da das Ende von Heft 6, dass aus der ganzen Story eine Einleitung macht, die zumindest Neugier weckt. Bevor ich eine Kaufempfehlung ausspreche, warte ich mal Band 2 ab und in welche Richtung sich die Serie entwickelt.

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Leseprobe

Bewertung

Story: 4/10 ● Zeichnungen: 8/10

Gesamt: 6/10


© Panini Comics Deutschland

Erstveröffentlichung
20.02.2018
Format:
Softcover
Seiten:
140
Autor:
Mike Costa
Zeichner
Gerardo Sandoval
Iban Coello
Storys:
Venom 1-6

 

Der Band wurde zur Verfügung gestellt von Panini Comics Deutschland.

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