Daredevil – Know Fear

© Marvel Comics

Als deutscher Daredevil Fan oder solche, die es werden wollen, hat man es ja leider nicht leicht. Seit 2016 gibt es nur vereinzelte Bände vom Teufel von Hell’s Kitchen und keine durchgehende Reihe mehr. Dass dann der Griff zum US Trade oder Heft geht, ist für viele der notwendige Schritt um überhaupt etwas von Daredevil zu lesen. Doch lohnt sich das qualitativ oder ist man damit schlecht beraten? Nun den kompletten Run von Charles Soule sowie die anschließende Mini-Serie „Man Without Fear: Death of Daredevil“ hier zu rekapitulieren würde den Rahmen sprengen. Stattdessen soll der erste Paperback der neuen Reihe von Chip Zdarsky zur Brust genommen werden und repräsentativ für die aktuelle Richtung von Daredevil inspiziert werden.

DAS NÄCHSTE KAPITEL AUS DER IMMER WIEDER ÜBERRASCHENDEN SAGA VON DAREDEVIL

Nach dem er dem Tod noch gerade so von der Schippe sprang, muss Matt Murdock die Teile seines zersprungenen Lebens zusammensetzen – und das umfasst auch seine Rückkehr als Daredevil! Aber nachdem Jahre der Verletzungen nun ihren Tribut zollen, wird es schwer der Wächter von Hell’s Kitchen zu werden, der er einst war. Auf dem Weg dahin warten Fehler und dieses Mal sind es solche, die sein Ende prophezeien könnten. Denn als ein Krimineller stirbt und Daredevil der Schuldige zu sein scheint, muss Matt Murdock einen verzweifelten Versuch unternehmen um seinen Namen rein zu waschen. Aber auch er kann der Gerechtigkeit nicht ewig entkommen. Und wenn Daredevil in Hell’s Kitchen fehlt, kommen die echten Teufel hervor.

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Vorab: Diese Reihe startet nicht ohne Altlasten, sondern greift das Finale der Vorgängerreihe sowie der Mini-Serie direkt auf. Zwar ist es zu empfehlen mindestens „Man Without Fear: Death of Daredevil“ gelesen zu haben, aber auch wenn man das nicht tut, kann man „Know Fear“ lesen. Denn das Gröbste bringt einem der Band etwa im ersten Heft nämlich dennoch nah. Matt Murdocks labiler Zustand, physisch wie psychisch, wird beleuchtet und man sieht die Umstände von New York, wie zum Beispiel Fisk als Bürgermeister oder der zerrissene Stellung der Polizei zu dessen Anti-Superheldengesetzes. Um beides spinnt sich die Handlung weiter bis zum großen unerwarteten Wendepunkt. Denn als ein Krimineller stirbt, bricht über Matt Murdock die Hölle los und nicht nur die Polizei ist ihm auf den Fersen.

Chip Zdarsky Anfang des Runs bzw. des Bandes wirkt erst noch etwas unspektakulär. In ruhigen Schritten führt er den Leser an die aktuelle Situation heran und legt ihm dabei alle wichtigen Figuren schon mal vor. Doch Zdarsky nutzt dies nur, damit kurz darauf die Hölle losbrechen kann. (Und ja der Wortwitz war beabsichtigt). Mit dem Tod des Kriminellen beginnt eine absolut starke Verfolgungsjagd zwischen Held und Polizei, die das Gaspedal soweit durchdrückt, dass man den Band gar nicht zur Seite legen will! Die Verkettung der Umstände, Auftritte und Charakterisierung von Figuren, innere Monologe von Daredevil, das Setting, Flashbacks: all das fügt sich harmonisch und natürlich zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen.

Fazit: Wie kann man ein Fazit zu diesem Band schreiben ohne direkt in den „Fanboy-Modus“ zu verfallen? Fast alles was Daredevil ausmacht, ist in diesem Band: Action, Krimi, Drama, Thriller, Zweifel, Kingpin! Sogar für Matt Murdocks Glauben findet Zdarsky einen interessanten Platz! Diesen rundum wohl gestalteten Band, der neben Zdarskys starker Schreibarbeit noch Marco Checchettos exzellente Illustrationen zu bieten hat, kann man jedem nur wärmstens ans Herz legen. Denn das tollste an diesem sowieso schon starken Band ist: es kann sehr vielversprechend weitergehen.

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Bewertung

Story: 9.0/10.0 ● Zeichnungen: 9.0/10.

Gesamt: 9.0/10.0

9/10

Erstveröffentlichung 
13.09.2019
Format
Softcover
Seiten
120
Autoren
C. Zdarsky
Zeichner
M. Checchetto
Storys
Daredevil [Vol. 6] #1 – #5

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