Frauen Power im MCU

Lady Liberators im MCU
© Marvel Studios/ Fabian Schmidt

Seit Iron Man aus dem Jahr 2008 sind sie fester Bestandteil des MCU, doch so wirklich im Rampenlicht standen sie leider nie: Die Frauen. Und das MCU hat viele starke Frauenrollen zu bieten, doch wurde das Potential bisher genutzt? Peggy Carter sticht wohl em ehesten heraus, immerhin ist sie eine Frau, die es schafft, sich in einer von Männern dominierten Welt durchzusetzen. Anders als der Zeitgeist dieser Epoche steht sie den Männern in nichts nach. Ganz im Gegenteil.
Sehr zum Bedauern der Fans, wurde sie nach zwei Staffeln abgesetzt und fehlt damit im MCU. Dann wäre da noch Black Widow, zu der immer mal wieder Gerüchte auftauchen, es sollte einen Solofilm geben wird. Allerdings wurde hier von offizieller Seite noch nichts bestätigt. Es darf auch bezweifelt werden, ob die Figur genügend „Futter“ bietet um einen kompletten Film alleine zu tragen.  Abschließend gibt es natürlich noch Gamora und Nebula, die Adoptivtöchter von Thanos, die bisher nur in Guardians of the Galaxy Vol. 2 kurzzeitig Gelegenheit bekamen, Solo zu brillieren. Ansonsten ist gerade Gamora eher ein Fünftel eines Teams, als eine eigenständig entwickelte Figur.

Tessa Thompson, welche wir demnächst als Valkyrie  in  Thor:Ragnarok (Tag der Entscheidung) zu sehen bekommen, soll sich nach eigenen Angaben in den Reigen der starken Frauen im MCU einreihen. Doch damit nicht genug. Sie hat nämlich auch Marvel-Studios Boss Kevin Feige direkt angesprochen und nach einem weiblichen Superhelden Team-Up gefragt. Thompson hatte sogar konkrete Vorschläge, wie das aussehen könnte: Eine Adaption der Lady Liberators.

Die Lady Liberators feierten im Dezember 1970 ihr Debut in der Avengers Ausgabe #83. Mit dabei: Black Widow, Scarlet Witch, Valkyrie und Wasp und die Königin der Inhumans Medusa, um mal jene zu nennen, die bereits im Marvel Cinematic Universe vertreten sind.

Kevin Feige’s Antwort ließ nicht lange auf sich warten, denn dieser begegnete der Idee recht aufgeschlossen:

„Pretty good idea“

Natürlich ist es von einer guten Idee bekanntermaßen noch ein weiter Weg bis zu einer Ankündigung und ein noch viel weiterer Weg für Umsetzung, aber die Aufgeschlossenheit seitens Marvel Studios ist ja schon ein gutes Zeichen. Für alle die nicht auf starke Frauen warten wollen, kommt Captain Marvel 2019 ins Kino. Also gibt es 11 Jahre nach Beginn des MCU den ersten Film mit einer weiblichen Hauptdarstellerin. Ob die Verantwortlichen bisher keine Figur für publikumswirksam genug erachtet haben, oder einfach kein Vertrauen in weibliche Heldinnen haben, ist ungewiss. Fest steht, dass es dringend an der Zeit ist, das Feld der Helden breiter zu machen und nicht länger Serien wie Agent Carter oder Jessica Jones das Feld zu überlassen. An interessanten Figuren mangelt es in den Comics ja keineswegs. So könnte beispielsweise Jennifer Walters (She-Hulk) eine Anwaltskanzlei eröffnen, die sich auf die Vertretung von Superhelden spezialisiert hat. Nach den Vorfällen in New York, dem Sokovia-Abkommen und den Konsequenzen des Civil War eigentlich eine logische Konsequenz.
Ebenso könnte es den Marvel Studios eine weitere Zielgruppe eröffnen, wenn sie auch weibliche Identifikationsfiguren in den Vordergrund stellen. Eine Entwicklung, die in den Comics in den letzten Jahren bereits erfolgreich durchgeführt wurde, betrachtet man nur mal die aktuelle Thor-Reihe oder die Abenteuer von Ms. Marvel. Ein eigenes Team bestehend nur aus Frauen, könnte ein guter Anfang sein, um die Reaktionen zu testen und weiteren Projekten dieser Art den Weg zu ebnen.
Und mal ehrlich, wer möchte denn nicht sehen, wie sich Nebula und Black Widow gemeinsam mit Valkyrie durch die Gegnerhorden arbeiten? Ich persönlich stelle mir das verdammt amüsant vor.

Lady Liberators Comic
© Marvel Comics

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