Wolverine – Ein Abschiedsbrief (Spoiler)

Vor 17 Jahren, im zarten Alter von 14, stolperte ein unbedarfter, nerdiger Bursche ins Kino einer Kleinstadt. X-Men sollte es werden und mein Fanherz konnte nicht höher schlagen. Die Welt war damals eine andere. Blockbuster gab es maximal 2-3 pro Jahr, die wenigsten davon durfte ich offiziell sehen. Und Superheldenfilme? Man mag es heute kaum glauben, aber niemand glaubte zu dieser Zeit an einen wirklichen Erfolg. Wie falsch sie doch lagen.

Ausstaffiert mit Popcorn und einem Becher Cola nahm ich Platz und konnte es nicht erwarten, die Helden, die ich nur in gezeichneter Form aus der Animationsserie oder den Comics kannte, endlich auf der großen Leinwand zu sehen.
Professor X, Storm, Cyclops, Magneto und Wolverine… Sie alle waren da. Es war wundervoll. Und rückblickend muss ich sagen, dass es der Beginn einer ganz großen Leidenschaft war.

17 Jahre sind eine lange Zeit und viel ist seitdem geschehen. Ich wurde älter, lernte Comics und deren Geschichten auf anderen Ebenen kennen und lieben. Und mit der zunehmenden Popularität von Verfilmungen der bunten Heftchen, kamen auch viele neue Fans hinzu, die das Genre ebenso zu schätzen wussten, wie ich.
In dieser Zeit habe ich viele kommen und gehen gesehen. 3 Spidermans, 2 Batmans, 2 Supermans und diverse mehr. Doch einer, blieb. In meinem Herz, der Leinwand und der Erinnerung: Hugh Jackmans Wolverine.

Doch diese Konstante einer sich stets verändernden Welt endet nun.

Copyright Marvel Comics

Ganz ohne Zweifel prägte kein Schauspieler seine Figur mehr als er. Das markante Geräusch, wenn die Adamantiumklauen aus seinem Arm zum Vorschein kamen, erzeugt augenblicklich Gänsehaut. Und ein Bild.
Hugh Jackman, der mit seinen 1,89m fast 40 cm größer ist, als der Wolverine, den wir aus den Comics kennen, lieferte eine herausragende Performance ab.
Ich glaube fest, dass wir die Geburt des Superheldengenres, wie wir es
heute kennen auch ihm verdanken. Hugh Jackman machte Comicverfilmungen marktreif und ebnete Raimi’s Spiderman den Weg.
„Logan“ ist der 9. und letzte Film, in dem er den beliebten Mutanten verkörpert und so ist der Film für mich ein persönlicher Abschied. Denn der 14 jährige Junge, der gebannt im Kinositz auf die Leinwand blickt, steckt noch immer in mir. Und ihm wird traurig und wehmütig zumute, wenn er sich ausmalt, ein anderer könnte je diese Rolle spielen.

Nun ist mit Logan, die Geschichte des Wolverine zuende erzählt und so wie er mich über die Jahre begleitet hat, war ich auch an seiner Seite. Sah einen Mann, den Mutanten, das Monster und die Waffe. Und zu letzt die Legende.

Wolverine wird noch viele Jahre nach Iron Man, Thor und Captain America der Held sein, der mich in seinen Bann zog. So wehmütig wie froh, blicke ich auf und sage danke.

 

Danke Hugh „Wolverine“ Jackman, für die Rolle deines Lebens.
Deine Klauen finden nun Frieden.

*Snikt*

© 2017 Twentieth Century Fox / Photo: Sebastian Gabsch

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