Warum man die X-Men komplett rebooten sollte – Und wie Deadpool trotzdem funktioniert

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© Marvel Comics/ Marvel Studios/ 20th Century Fox

Große Veränderungen stehen uns bevor. Walt Disney hat große Teile des 21st Century Fox Unternehmens übernommen und somit gehen nun auch laut offizieller Aussage von Disney die Rechte an den X-Men und Fantastic Four Charakteren zurück an Marvel Studios. Viele Fans der beliebten Superheldenfilme fragen sich nun, wie es mit den X-Men und allen voran Deadpool weiter geht. Wir haben uns darüber auch einige Gedanken gemacht, die wir natürlich mit euch teilen wollen.

Sollte das bestehende X-Men Universum samt Schauspielern in das Marvel Cinematic Universe übernommen werden?

Schlicht und ergreifend: NEIN! Die X-Men Filmreihe von 20th Century Fox wird nächstes Jahr volljährig. Vor sage und schreibe 18 Jahren erschien der erste X-Men Film, der das Superheldengenre im Kino revolutionierte. Insgesamt erschienen bis dato 10 Filme des X-Men Franchise unter der Fahne des Fox Filmstudios. Wir durften tolle Filme erleben wie X-Men, Logan und Deadpool, aber auch schreckliche Disaster wie X-Men Origins: Wolverine oder auch X-Men: The Last Stand. In diesen 18 Jahren hinterließen viele verschiedene Regisseure, Produzenten und sogenannte „Macher“, allen voran Bryan Singer, ein zerrüttetes Filmuniversum, wo man schon gar nicht mehr weiß wo vorne und hinten ist. Oftmals wurde die Comic-Vorlage gänzlich ignoriert [Laut einigen Gerüchten verbannte und verbot Bryan Singer Comics am Set] und man hatte das Gefühl, dass nach X-Men: First Class und den Erfolgen der Filme des Marvel Cinematic Universe die Macher bei Fox das große Geld witterten und das X-Men Universum gewissermaßen rebooten wollten. Selbstverständlich feierten Filme wie Deadpool, Logan oder auch Days of Future Past große Erfolge in den Kinos. Auch durften wir wunderbare Schauspieler in fantastischen Rollen sehen. Hugh Jackman ist für viele Fans nach wie vor der einzige Wolverine. Doch es wurden zu viele Fehler gemacht, zu viele zeitliche Kontinuitäten gebrochen und ignoriert und es sollte ein knallharter Schlussstrich gezogen werden und ein Hard Reboot erfolgen. 

Es wäre für die Macher bei Marvel und Disney nicht einfach ein bereits durchgekautes und ausgelutschtes Universum 1 zu 1 ins Marvel Cinematic Universe zu integrieren. Die Geschichte wurde seitens 20th Century Fox bereits erzählt und es wäre definitiv einfacher von vorne zu beginnen. 

Bevor wir irgendwelche Fancasts veranstaltet oder Schauspieler in den Raum schmeißen werden sich die Verantwortlichen bei Marvel Studios zunächst einmal Gedanken machen müssen, wie man die X-Men denn nun ins MCU einführen könnte. Könnte man das Multiversum nutzen, welches laut neuesten Berichten in dem kommenden Ant-Man & the Wasp Film zum ersten Mal in Erscheinung treten wird? Könnte Thanos mit Hilfe des Reality Stones und des Infinity Handschuhs Dimensionen verbinden? Oder waren die X-Men und einzelne Mutanten schon immer im Marvel Cinematic Universe und wurden noch von Professor X´ mächtigen telepathischen Fähigkeiten verborgen? Im Ultimativen Comic Universum lebten die X-Men eine Zeit lang im Savage Land und die Menschen wussten bis in die 2000er Jahre nichts von ihrer Existenz. Fans müssen sich jedoch eines vor Augen führen: Die X-Men werden neu interpretiert werden müssen, um eine neue Geschichte zu erzählen. Vergleichbar mit Spider-Man: Homecoming sind viele Fans mit den Filmen, der 90er Jahre Zeichentrickserie und den Comics aufgewachsen. Uns haben viele Einflüsse geprägt und man sollte nicht einfach die bereits durchgekaute Geschichte der bereits erschienen X-Men Filme kopieren und neu erzählen. Um eine neue Geschichte zu erleben müssen wir Wandel akzeptieren.

Warum man Deadpool mit Ryan Reynolds in der Hauptrolle genau so in das MCU integrieren sollte

Der Deadpool Film mit Ryan Reynolds in der Hauptrolle war wohl die größte Überraschung des X-Men Franchise. Obwohl Ryan Reynolds einen mehr als skurrilen Deadpool in X-Men Origins: Wolverine gespielt hat riefen die Fans jahrelang nach einem Deadpool Solo Film. Obwohl der Söldner mit der großen Klappe durch die Comics ungemein beliebt in der Fan Community ist, schien ein Film nicht realisierbar. Die Macher bei Fox glaubten nicht an einen Erfolg, allen voran, da der Film R-Rated sein sollte. Dies entspricht der FSK16 Freigabe in Deutschland. Als Ryan Reynolds den Film unbedingt machen wollte und sogar selbst als Produzent mitwirkte, stellte 20th Century Fox ein mickriges Budget von lediglich 58 Millionen $ zur Verfügung. Deadpools Erfolg schoss trotz R-Rating durch die Decke und spielte phänomenale 784 Millionen $ weltweit ein. Ein absoluter Indikator für Erfolg. Die Fortsetzung Deadpool 2 erscheint am 01. Juni 2018 und wird neben Wade Wilson auch den zeitreisenden Mutanten Cable in Persona von Thanos Schauspieler Josh Brolin beinhalten. Doch wie könnte man Deadpool in das MCU integrieren, ohne einen kompletten Reboot zu erzwingen und auch das R-Rating beizubehalten?

Disney CEO Bob Iger betonte bereits in einem Interview, dass man die weiteren Deadpool Sequels trotz der familienfreundlichen Ausrichtung des Disney Konzerns bei R-Rated belassen könnte. Da Deadpool bereits ziemlich unabhängig von den bisherigen X-Men Filmen agierte, keine anderen Schauspieler des Franchise einen Auftritt hatten und Deadpool sowieso die Besonderheit hat, die 4te Wand gewissermaßen durchbrechen zu können, könnte er als exceptis absoluta dienen, eine absolute Ausnahme. Marvel Studios hätte beispielsweise die Möglichkeit ein Sub-Filmstudio zu erstellen, welches R-Rated Filme produzieren könnte. Vergleichbar mit den Marvel MAX Ausgaben in der Comic Welt. Dieses neue Filmstudio würde Filme produzieren, die im Marvel Cinematic Universe spielen, aber Erwachsenes Publikum als Zielgruppe bedienen. Somit könnte man Deadpool, X-Force, Moon Knight, Ghost Rider oder auch Blade Filme auf die große Leinwand bringen. Auch würde die zweifache Beteiligung von Josh Brolin wohl keinerlei Problem darstellen, da seine Thanos Rolle überwiegend CGI animiert ist. Dies würde wohl die meisten Zuschauer und Fans nicht wesentlich stören.

Doch ein Problem würde sich hier ergeben, dem bin ich mir sicher. Deadpool ist Ryan Reynolds Baby. Er hat großen Einfluss auf die Produktion des Films und scheint auch ein sehr [nennen wir es] lebhafter Mensch zu sein. Wie bestens bekannt sein dürfte, sind die Macher bei Marvel Studios, allen voran Kevin Feige, sehr autoritär. Es wird nicht viel künstlerische Freiheit gestattet, wie man vor einiger Zeit an dem Ant-Man Film sehen konnte. Zunächst führte Edgar Wright Regie, der zwar als sehr kreativ gilt, aber zu sehr seine eigene Vision in den Film einfließen lassen wollte. Er wollte Ant-Man sogar außerhalb des MCU ansiedeln. Da zog Feige die Reißleine, Wright wurde gekickt und durch Peyton Reed ersetzt. Auch Iron Man 3 wurde von Regisseur Shane Black zu sehr individualisiert und wirkte, wie als würde er überhaupt nicht zum MCU gehören. Dies verärgerte viele Fans und Kritiker. Auch wenn viele Liebhaber der freien Kreativität jetzt aufschreien, solch eine Autorität ist von Nöten um solch ein gewaltiges Universum zu stemmen. Ansonsten geht die Kontinuität verloren und das gesamte Projekte steht auf der Kippe. Dies konnten wir im X-Men Franchise und auch beim aktuellen DC Extended Universe deutlich merken.

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